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Durch Bewegung, Standbilder und kooperative Gruppenarbeit setzen sich die Lernenden auf körperlich-spielerische Weise mit zentralen Werten und Haltungen der Demokratie auseinander. Dabei werden abstrakte Begriffe wie Mitbestimmung, Fairness oder Verantwortung sinnlich erfahrbar gemacht und damit nachhaltig verankert. Die Lernenden erleben, wie unterschiedliche Formen der Bewegung, Interaktion und Darstellung Gefühle, Machtverhältnisse und Entscheidungswege widerspiegeln können. Die abschließende Reflexion unterstützt sie dabei, ihre Beobachtungen zu verbinden und zu überlegen, wie Demokratie im eigenen Alltag sichtbar und erlebbar gemacht werden kann.

ABLAUF
PHASE 1
20 Minuten
Bewegung im Raum

Um auf die Übung einzustimmen, sollen sich die Lernenden frei im Raum bewegen. Die Lehrperson lädt dazu ein, sich dabei auf unterschiedliche Arten zu bewegen und zu begegnen und begrüßen.
Zuerst lädt die Lehrperson zu unterschiedlichen Bewegungen ein, um zu spüren, wie sich diese anfühlen. Zu jeder Bewegung soll auch überlegt werden, welche Ebene dazu passt. So kann die Gefühlsebene, die durch die jeweilige Perspektive hervorgerufen wird, zusätzlich unterstützt werden. Auch unterschiedliche Machtverhältnisse lassen sich mit den verschiedenen Ebenen in Verbindung bringen. Im nächsten Schritt geht es um Begegnungen, die mit unterschiedlichen Gefühlen besetzt sind.

Mögliche Arten der Bewegung:

  • frisch aufgewacht und munter
  • schlecht geschlafen und müde
  • voller Kraft, Berge versetzen zu können
  • neugierig, was der Tag bringt
  • ängstlich aufgrund eines unangenehmen Termins

Mögliche Ebenen der Bewegung:

  • obere Ebene (Ebene des aufrechten Ganges)
  • mittlere Ebene (auf Hüfthöhe)
  • untere Ebene (gehockt, am Boden)

Mögliche Arten der Begegnung und Begrüßung:

  • eine unbekannte Person
  • eine Person, die ich mag
  • bester Freund / beste Freundin
  • Autoritätsperson
  • verwandte Person

Übergang zur Folgeübung
Die Lehrperson gibt abschließend Themen vor, zu diesen sollen sich die Lernenden spontan in Kleingruppen (4-5 Personen) zusammenfinden und ein passendes Standbild darstellen.

Mögliche Standbilder

  • Buffet hat geschlossen
  • Schularbeit erfolgreich bestanden
  • unangekündigter Test
  • Sieg im Sport
PHASE 2
20 Minuten
Erarbeitung

Die Lehrperson verteilt an Kleingruppen (4-5 Personen) jeweils drei Kärtchen mit Wörtern: ein demokratischer Begriff und das undemokratische Gegenteil (lpb Landeszentrale für politische Bildung Baden – Württemberg).
In Kleingruppen wählen die Lernenden eines der drei Kärtchen aus und erarbeiten ein Standbild oder eine Szene. Dieses Standbild bzw. die Szene soll sich vom undemokratischen Begriff zu einem Standbild/einer Szene des demokratischen Begriffs wandeln.

Downloads für diese Phase:
M01_Demokratiebegriffe
PHASE 3
40 Minuten
Präsentation, Interpretation & Auflösung

Die Kleingruppen präsentieren der Reihe nach ihre Standbilder bzw. Szenen. Nach der Präsentation einer Kleingruppe sollen die anderen Kleingruppen erraten, welche Begriffe gezeigt wurden.

Optional: Es können Fotos der finalen Standbilder gemacht werden und diese im Anschluss als Wertecollage „Demokratie“ in der Klasse aufgehängt werden.

PHASE 4
20 Minuten
Reflexion

Die Lernenden sollen im Anschluss an die Übung ihre persönlichen Eindrücke der Übung paarweise mit einer Person aus einer anderen Kleingruppen, reflektieren.

Mögliche Reflexionsfragen
Zusammenarbeit in der Gruppe

  • Wie habt ihr in der Gruppe entschieden, wie ihr euer Standbild gestalten wollt?
  • Was hat euch geholfen, gemeinsam eine gute Lösung zu finden?

Wahrnehmung und Empfindung

  • Welche Gefühle hattest du beim Darstellen des Demokratiebegriffs? Und welche beim Gegenteil?
  • Welche Unterschiede hast du in der Stimmung, Bewegung oder Körperhaltung zwischen den beiden Bildern/Szenen wahrgenommen?

Beobachtung und Interpretation

  • Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten hast du bei den Darstellungen mit den anderen Gruppen bemerkt?
  • Welche Szene oder welches Standbild hat dich besonders berührt und warum?

Transfer/Ausblick

  • Viele undemokratische Begriffe, wie Ungerechtigkeit, Bevormundung, etc. gibt es auch in Demokratien. Welchen wesentlichen Unterschied gibt es jedoch im Vergleich zu Diktaturen?
  • Welchen Beitrag kannst du leisten damit Demokratie im Alltag spürbar ist?

Abschluss im Plenum
Gemeinsam mit der Lehrperson besprechen die Lernenden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Übung.

Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden setzen sich mit eigenen Gefühlen und Haltungen zu demokratischen und undemokratischen Situationen auseinander.
Die Lernenden erproben kooperative Entscheidungsprozesse innerhalb ihrer Gruppe.
Die Lernenden reflektieren, wie sie demokratische Werte in ihrem Alltag leben können.
Konnex zum Lehrplan
Auszug aus dem Lehrplan für allgemeinbildende höhere Schulen.

1. Kompetenzorientierung als pädagogische Grundlage des Lehrplans
[…] sind unter Kompetenzen längerfristig verfügbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verstehen, die von Schülerinnen und Schülern entwickelt werden und die sie befähigen, Aufgaben in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsbewusst zu lösen und die damit verbundene motivationale und soziale Bereitschaft zu zeigen. […]

2. Kennzeichen kompetenzorientieren Unterrichts
Kompetenzorientierung verlangt ein besonderes Verständnis von Unterricht. Lernen wird als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden, bei dem die Motivation und Willenskraft und die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, sowie Zielvorgaben zu übernehmen, eine wichtige Rolle spielen. […]
Kompetenzorientierter Unterricht ist dadurch gekennzeichnet, dass […]
- Aufgabenstellungen im Lernprozess eingesetzt werden, die den Erfahrungen und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler entsprechen;
- die aktive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem jeweiligen Thema angestrebt wird (kognitive Aktivierung);
- handlungs- und anwendungsorientiert gelehrt wird, indem erworbenes Wissen zur Lösung von Problemen und zur Bewältigung von Anforderungssituationen genutzt wird; […]
- es eine Kultur der Selbstreflexion gibt, die den Schülerinnen und Schülern ihre erworbenen Kompetenzen bewusstmacht und ihre Lernmotivation weiter fördert; […]
- Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken angeregt werden.

Übergreifende Themen für AHS:

7. Politische Bildung
7.1 Bedeutung des übergreifenden Themas
Politische Bildung trägt maßgeblich zu einer partizipativen und inklusiven Gestaltung der Gesellschaft sowie zur Verwirklichung und Weiterentwicklung von Demokratie und Menschenrechten bei. […] Ein grundlegendes Ziel der Politischen Bildung besteht darin, „die Lernenden nicht nur mit Wissen, Verständnis und Kompetenzen auszustatten, sondern sie auch dazu zu befähigen, im Dienste der Menschenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit in der Gesellschaft aktiv werden zu wollen“ (Europarats-Charta zur Politischen Bildung und Menschenrechtsbildung, 2010).

Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände.

Geschichte und politische Bildung
Bildungs- und Lehraufgabe (5. bis 8. Klasse):
[…] Ziel ist es, in allen Schulstufen historisches Denken sowie politisches Denken und Handeln zu vermitteln, um das angestrebte reflektierte und (selbst)reflexive Geschichts- und Politikbewusstsein zu erreichen. […] Die Schülerinnen und Schüler sollen weiters befähigt werden, Sachverhalte und Probleme in ihrer Vielschichtigkeit, ihren Ursachen und Folgen zu erfassen und ein an den Menschenrechten orientiertes Politik- und Demokratieverständnis zu erarbeiten. Dies verlangt eine entsprechende Praxismöglichkeit im Lebens- und Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler. […] Durch die Auseinandersetzung mit Feldern wie Autorität und Macht, privat und öffentlich, Gemeinwohl und Gerechtigkeit, Krieg und Frieden, Diktatur und Demokratie usw. soll ein wichtiger Beitrag zur Erziehung zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit geleistet werden. Ideologiekritische Haltung und Toleranz, Verständnisbereitschaft und Friedenswille sind wichtige Voraussetzungen für politisches Handeln.
Didaktische Grundsätze (5. bis 8. Klasse):
Politische Handlungskompetenz: Der Unterricht soll die Bereitschaft und Fähigkeit zu politischem Handeln fördern. Dazu ist es erforderlich, eigene Positionen zu artikulieren, Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen sowie an der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen mitzuwirken. Diese für politisches Handeln zentralen Fähigkeiten sind anhand konkreter Beispiele, etwa durch Simulationsspiele und im Rahmen der Einrichtungen der Schuldemokratie, zu vermitteln.

Psychologie und Philosophie
Bildungs- und Lehraufgabe (7. und 8. Klasse):
Die Schülerinnen und Schüler
- werden in ihrer Entwicklung zu selbstständigen, dialog- und konfliktfähigen Menschen begleitet und gefördert,
- erkennen die Notwendigkeit von Kooperation, sozialer Sensibilität und Verantwortung als Grundlage für die Demokratie,

Ethik
Bildungs- und Lehraufgabe
5. Klasse (1. und 2. Semester):
Grundbegriffe und Perspektiven der Ethik
Ethik und Moral, Gut und Böse, Tugenden und Laster, Wert und Würde, Freiheit und Verantwortung, Rechte und Pflichten, Gewissen und moralische Emotionen
Basiswissen zu Grund- und Menschenrechten
Menschenwürde, Grundrechte, Kinderrechte

Quelle: Lehrplan der allgemeinbildenden höheren Schule.

Quellen

Forum Umweltbildung im Umweltdachverband (2025)