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Das Erlernen von Achtsamkeit und das bewusste Wahrnehmen des eigenen Wohlbefindens wird für den Aufbau psychischer Resilienz immer wichtiger und sollte regelmäßig geübt werden, auch in der Schule. Wir alle fühlen ein bestimmtes Maß an Energie, das wir über den Tag verteilt für unterschiedliche Dinge einsetzen können. Diese Energiemenge kann man sich wie einen gefüllten Topf vorstellen. Wenn wir unseren Energietopf zur Gänze leeren, so fühlen wir uns müde und erschöpft. Das gleiche gilt auch, wenn wir unsere Energie für Dinge einsetzen, die uns nicht guttun. In diesem Stundenbild überlegen die Lernenden, wodurch sie ihren Energietopf füllen und leeren und wie sie zukünftig alleine und im Klassenverband mit ihrer Energie bewusster umgehen wollen.

ABLAUF
PHASE 1
10 Minuten
Erlebnisse erzählen

In Zweierteams erzählen sich die Lernenden gegenseitig ein Erlebnis aus den letzten Wochen, bei dem sie sich so richtig gut gefühlt haben. Sie beschreiben dabei auch, wie sich ihr Körper bei diesem Erlebnis angefühlt hat. Im Plenum werden anschließend einige Geschichten von Freiwilligen geteilt.

PHASE 2
5 Minuten
Power in den Topf

Diese kurze Bewegungsübung aktiviert und leitet zur Vertiefung über:

  1. Die Lehrperson sagt: „Unser Energietopf ist leer – wir müssen ihn wieder auffüllen, mit unserer gemeinsamen Super-Power!“
  2. Die Lernenden reiben die Hände aneinander, als würden sie Wärme für einen Kochtopf erzeugen.
  3. Dann folgen Bewegungen zum „Auffüllen“:
    – Schöpfen (große Armbewegungen)
    – Einschenken (Körper zur Seite neigen)
    – Umrühren (Kreise mit dem ganzen Körper)
    – Probieren (lustige Gesichter machen, „Mmh, köstlich, Energie!“)
  4. Zum Abschluss springen alle hoch und rufen: „Mein Energietopf ist voll!“

 

Tipp: Mit Musik (z. B. Trommelrhythmus oder Lieblingslied) macht es doppelt Spaß.

PHASE 3
15 Minuten
Die eigene Energie sichtbar machen!

Die Lernenden erhalten das mittig gefaltete Arbeitsblatt M01. Auf der einen Seite versetzen sie sich erneut in die Situation in ihrer Geschichte und bearbeiten M01. Anschließend besprechen sie die Antworten mit einer zweiten Person:

  • Welches Essen oder welche (sportlichen) Aktivitäten geben dir Energie (füllen deinen Energietopf)?
  • Welches Essen oder welche (sportlichen) Aktivitäten nehmen dir Energie (leeren deinen Energietopf)?
Downloads für diese Phase:
M01_Arbeitsblatt
PHASE 4
10 Minuten
Ähnlichkeiten & Unterschiede

Die Lehrperson sammelt die Antworten auf einer Tafel/Flipchart. Gemeinsam wird besprochen, wo es Ähnlichkeiten und Unterschiede gibt.

PHASE 5
10 Minuten
Reflexion: Gemeinsame Ideen für einen vollen Energietopf

In Kleingruppen von 4-5 einigen sich die Lernenden auf eine Idee für einen vollen Energietopf und schreiben oder zeichnen diese auf eine Moderationskarte. Die Ideen werden zum Schluss reihum vorgestellt und die Moderationskarten in den aufgemalten Topf am Flipchart geklebt. Im Verlauf des Schuljahres werden die Ideen regelmäßig aufgegriffen und können weiterentwickelt und ergänzt werden.

Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden setzen sich mit ihrem persönlichen Energiehaushalt auseinander.
Die Lernenden reflektieren, für was sie ihre Energie im Alltag einsetzen und was davon ihnen guttut und was nicht.
Die Lernenden erarbeiten einen bewussteren Umgang mit ihrem Energiehaushalt.
Konnex zum Lehrplan
Auszug aus dem Lehrplan der Volksschule:

Kompetenzorientierung
1. Kompetenzorientierung als pädagogische Grundlage des Lehrplans
[…] sind unter Kompetenzen längerfristig verfügbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verstehen, die von Schülerinnen und Schülern entwickelt werden und die sie befähigen, Aufgaben in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsbewusst zu lösen und die damit verbundene motivationale und soziale Bereitschaft zu zeigen. […]

2. Kennzeichen kompetenzorientierten Unterrichts
Kompetenzorientierung verlangt ein besonderes Verständnis von Unterricht. Lernen wird als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden, bei dem die Motivation und Willenskraft und die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, sowie Zielvorgaben zu übernehmen, eine wichtige Rolle spielen. […]
Kompetenzorientierter Unterricht ist dadurch gekennzeichnet, dass […]
- Aufgabenstellungen im Lernprozess eingesetzt werden, die den Erfahrungen und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler entsprechen;
- die aktive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem jeweiligen Thema angestrebt wird (kognitive Aktivierung);
- handlungs- und anwendungsorientiert gelehrt wird, indem erworbenes Wissen zur Lösung von Problemen und zur Bewältigung von Anforderungssituationen genutzt wird; […]
- es eine Kultur der Selbstreflexion gibt, die den Schülerinnen und Schülern ihre erworbenen Kompetenzen bewusstmacht und ihre Lernmotivation weiter fördert; […]
- Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken angeregt werden.

Übergreifende Themen:
3. Gesundheitsförderung
Schulische Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess ab, Schülerinnen und Schülern ein höheres Ausmaß an Wissen und Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen (Gesundheitskompetenz) und sie damit zur selbstbewussten Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. […]
3.2 Kompetenzziele am Ende der Grundschule
Die Schülerinnen und Schüler können
- die Bedeutung gesunder Ernährung, täglicher Bewegung und Körperhygiene erklären […].
- eigene Stärken und Schwächen, Gefühle und belastende Situationen wahrnehmen und benennen […] (Mental-Health/Psychische Gesundheit).
- altersgemäße Methoden zur Bewältigung von Konflikten und Belastungssituationen anwenden […].

Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände (1. bis 4. Schulstufe)
Deutsch
(Zu-)Hören und Sprechen
Sprechen im unterrichtlichen Zusammenhang dient der Wiedergabe von Sachverhalten, dem Ausdruck von Emotionen, Meinungen und Reflexionen. Dabei werden sowohl verbale als auch para- und nonverbale Signale einbezogen. […] Der Schwerpunkt liegt auf aktivem Zuhören sowie monologischem und dialogischem Sprechen.

Bewegung und Sport
[…] Der Unterricht verfolgt nachfolgende Absichten:
• […] Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung durch bewegungsbezogenes Erleben, Erfahren, Bearbeiten und Reflektieren von subjektiven Wahrnehmungen und Erlebnissen.
• […] Unterstützung einer individuellen Lern- und Leistungsbereitschaft durch positive Körper- und Bewegungserfahrungen.
• Wecken von Freude an der Bewegung […]
• Aufbau eines gesundheitsorientierten Bewegungsverhaltens. […]

Zentrale fachliche Konzepte (1. bis 4. Schulstufe):
[…]
Mensch und Bewegungswelt
Sich-Bewegen als konstituierendes Phänomen der Körperlichkeit. Handeln und insbesondere Reflektieren in Auseinandersetzung mit der sozialen und materialen Umwelt formen Facetten des Selbstkonzepts.
Sport und Sinn
Bewegen und Sporttreiben sind sinnoffene Phänomene, die durch die Sporttreibenden sowohl individuell als auch in sozialen Gruppen mit Sinn erfüllt werden. Die Sinnperspektiven haben eine bedeutsame motivationale Funktion:
• […] Sich selbst und etwas erleben und etwas wagen
• […] Bewegungsbeziehungen im Sport erleben und reflektieren: miteinander (kooperieren), gegeneinander (konkurrieren), füreinander (helfen, unterstützen) und nebeneinander
• gesundheitliche Wirkungen erfahren
Mensch und Gesellschaft
Bewegung und Sport findet vor dem Hintergrund sozialer und kultureller Vielfalt und Diversität statt. Dies wird im unterrichtlichen und sportlichen Handeln sichtbar und kann aus gesellschaftspolitischen Perspektiven reflektiert werden (Kommunikationsprozesse und -strukturen, gruppendynamische Themen wie Macht, Führen und Folgen, Umgang mit Diversität, Inklusion und Exklusion, Ökologie, Demokratiebildung).

Quelle: Lehrplan der Volksschule. Unter www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009275&Artikel=&Paragraf=&Anlage=1&Uebergangsrecht= (Zugriff: 03.11.2025).

Quellen

Forum Umweltbildung im Umweltdachverband (2025).