© Canva/Forum Umweltbildung


Das Erlernen von Achtsamkeit und das bewusste Wahrnehmen des eigenen Wohlbefindens wird für den Aufbau psychischer Resilienz immer wichtiger und sollte regelmäßig geübt werden, auch in der Schule. Dieser Umsetzungsvorschlag unterstützt die Lernenden dabei, ihren persönlichen Energiehaushalt bewusst wahrzunehmen und darüber ins Gespräch zu kommen. Anschließend visualisieren sie ihren Energiezustand mithilfe eines Energie-Akkus und benennen individuelle gesundheitsfördernde Faktoren, die ihren Energieakku im Alltag füllen bzw. Angewohnheiten, die ihn leeren und leiten daraus Strategien und Ideen für mehr Energie im (Schul-)Alltag ab.

ABLAUF
PHASE 1
10 Minuten
Energie tanken

Die Lehrperson lädt die Lernenden ein, die Augen zu schließen und an einen Moment zu denken, an dem sie sehr viel Energie im Körper gespürt haben. Im Plenum werden 3-5 freiwillige Wortmeldungen dazu gesammelt. Anschließend wird das Vorgehen wiederholt in Bezug auf ein Ereignis, bei dem sie sehr wenig Energie im Körper verspürt haben bzw. bei dem sie nachher weniger Energie verspürt haben.

PHASE 2
15 Minuten
Mein Energieakku

Die Lernenden erhalten Arbeitsblatt M01. Darauf zeichnen sie individuell ihren aktuellen Energiestand in einem Akku ein und notieren Faktoren, die ihren persönlichen Energieakku füllen bzw. leeren.

Downloads für diese Phase:
M01_Mein Energieakku
PHASE 3
10 Minuten
Austausch

Die Lehrperson lädt die Lernenden ein, sich mit einer zweiten Person über die Erkenntnisse auszutauschen:

  • Was war neu/überraschend?
  • Wie kann ich meinen Alltag so gestalten, dass mein Energieakku voll bleibt?
  • Welche Situation hatte heute den größten Einfluss auf meinen Energieakku?
  • Was könnte ich morgen anders machen?
PHASE 4
15 Minuten
Reflexion

Auf einem Flipchart oder auf einer Pinnwand werden nun Faktoren gesammelt, die den Lernenden im Schulalltag Energie rauben. Gemeinsam werden Handlungsmöglichkeiten für die gemeinsame Zeit gesucht, um den Klassenenergieakku möglichst hochzuhalten (z. B. kurze Bewegungseinheiten, regelmäßiges Lüften, gesunde Jause, Konfliktprävention und -mediation, Lernbuddys…). Zum Schluss lädt die Lehrperson die Lernenden ein, auf einen bunten Zettel ein konkretes Ziel aufzuschreiben, um den persönlichen Akku aufzufüllen, diesen Zettel ins Federpennal zu legen und sich immer wieder daran zu erinnern. Durch Anregungen in späteren Unterrichtsstunden wie „Setze heute mindestens eine Energiestärkungsstrategie um und teile deine Erfahrung am nächsten Tag mit der Klasse“, kann die Motivation zum Transfer in den Alltag erhöht werden.

PHASE 5
- Minuten
Weiterführend

Ein Wochenplan („Mein Energieakku in der Woche“) als Folgeaktivität kann den nachhaltigen Transfer in den Alltag sichern.
Ein kurzes Infoblatt für die Erziehungsberechtigten oder Hinweise zur schulweiten Umsetzung (bspw. morgendliche Energiestarter) unterstützt die Verankerung im Schulleben.

Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden beurteilen Erlebnisse hinsichtlich ihrer persönlichen Energiebilanz und nutzen dazu ihr Körpergefühl.
Die Lernenden können psychische und körperliche Belastungssituationen erkennen und sich für das eigene Wohlbefinden aktiv einsetzen.
Die Lernenden erarbeiten im Klassenverband Handlungsmöglichkeiten für einen gesundheitsfördernden Schulalltag.
Konnex zum Lehrplan
Auszug aus dem Lehrplan für allgemeinbildenden höheren Schulen.

Kompetenzorientierung
1. Kompetenzorientierung als pädagogische Grundlage des Lehrplans
[…] sind unter Kompetenzen längerfristig verfügbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verstehen, die von Schülerinnen und Schülern entwickelt werden und die sie befähigen, Aufgaben in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsbewusst zu lösen und die damit verbundene motivationale und soziale Bereitschaft zu zeigen. […]

2. Kennzeichen kompetenzorientierten Unterrichts
Kompetenzorientierung verlangt ein besonderes Verständnis von Unterricht. Lernen wird als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden, bei dem die Motivation und Willenskraft und die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, sowie Zielvorgaben zu übernehmen, eine wichtige Rolle spielen. […]
Kompetenzorientierter Unterricht ist dadurch gekennzeichnet, dass […]
- Aufgabenstellungen im Lernprozess eingesetzt werden, die den Erfahrungen und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler entsprechen;
- die aktive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem jeweiligen Thema angestrebt wird (kognitive Aktivierung);
- handlungs- und anwendungsorientiert gelehrt wird, indem erworbenes Wissen zur Lösung von Problemen und zur Bewältigung von Anforderungssituationen genutzt wird; […]
- es eine Kultur der Selbstreflexion gibt, die den Schülerinnen und Schülern ihre erworbenen Kompetenzen bewusstmacht und ihre Lernmotivation weiter fördert; […]
- Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken angeregt werden.

Übergreifende Themen für AHS:
3. Gesundheitsförderung
3.1 Bedeutung des übergreifenden Themas
Schulische Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess ab, Schülerinnen und Schülern ein höheres Ausmaß an Wissen und Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen (Gesundheitskompetenz) und sie damit zur selbstbewussten Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die physische, psychische und soziale Gesundheit umfasst (vgl. Ottawa Charta, WHO 1986). […]
3.2 Kompetenzziele am Ende der Sekundarstufe I
Die Schülerinnen und Schüler können
- die Zusammenhänge zwischen Gesundheitsverhalten, Ernährung, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit beschreiben;
- Schutz- und Risikofaktoren für Gesundheit erklären und sich altersgemäß vorbeugend verhalten;
- Belastungssituationen erkennen und sich für das eigene Wohlbefinden (Mental Health/Psychische Gesundheit) aktiv einsetzen […]

Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände. Unterstufe.
Bewegung und Sport
Bildungs- und Lehraufgabe (1. bis 4. Klasse):
[…] Der Unterricht ist von folgenden Absichten geprägt: […]
- Hinterfragen der gesellschaftlichen Bedingungen von Bewegung und Sport in ihrer Genese (ua. kulturhistorischer Ursprung bestimmter Sportarten und damit verbundene implizite Wirkungen), ihrem Geltungsanspruch (ua. Bedeutung von Gesundheit, Instrumentalisierungsdebatte) und der Bedeutung für die Gesellschaft sowie Diskussion von ethischen Implikationen (ua. Verletzungsrisiko, ökologischer Impact von Sport).

Kompetenzbeschreibungen und Anwendungsbereiche, Lehrstoff.
3. Klasse:
Kompetenzbereich Methodenkompetenz. […]
Anwendungsbereiche […]
- Auswirkungen von sportlicher Belastung und Erholung auf den Körper beschreiben (Gesundheit). […]
4. Klasse:
Kompetenzbereich Selbstkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler können
- körperlicher Aktivität und Sport einen persönlichen Sinn geben.
Anwendungsbereiche
- eigene Bewegungsvorlieben erkennen.
- Anstrengungsbereitschaft und Anstrengungsrealisierung reflektieren.
-Bewegung- und Sportmöglichkeiten außerhalb der Schule erkunden und im Hinblick auf individuelle Interessen überprüfen.

Quelle: Lehrplan der allgemeinbildenden höheren Schule . Unter www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen& Gesetzesnummer=10008568 (Zugriff: 03.11.2025).

Quellen

Angelehnt an: Spiegel P. et al. (2021): Future Skills, 30 zukunftsentscheidende Kompetenzen und wie wir sie lernen können. Von 69 Co-Creators. Beitrag von Sylvia Kéré Wellensiek: Krisen und Widerstände in fruchtbaren Entwicklungsboden verwandeln. S 244-246, tool 1: Ausgewogene Energiebilanz. Verlag Franz Vahlen München.