
Rund 60 Teilnehmer:innen befassten sich dieses Jahr mit der Frage, wie wir in einer Zeit voller Krisen, mit uns selbst, mit anderen, mit der Welt und mit der Zukunft verbunden bleiben können.
Die BNE-Online-Akademie mit dem Titel „CONNECT! – Empathie mit Mensch, Planet und Zukunft“ bot Impulse und Workshops dazu.
Burgi Weiß, Leiterin des Forum Umweltbildung, eröffnete die BNE-Online-Akadmie 2026. Dieses Jahr rückten wir Empathie in den Mittelpunkt der BNE-Online-Akademie – nicht nur als Fähigkeit, andere zu verstehen, sondern als Ausgangspunkt für Mitgefühl, Verbundenheit und Solidarität. Gerade in Zeiten von Klimawandel, Artensterben, gesellschaftlicher Polarisierung und geopolitischen Konflikten macht Empathie die Perspektiven und Bedürfnisse anderer sichtbar. Anschließend tauschten sich die Teilnehmer:innen über ihre persönlichen Erfahrungen zu Empathie aus. Welche neuen Möglichkeiten entstehen, wenn wir uns als integralen Teil eines lebendigen Planeten begreifen?
Danach folgten die Keynote von Cornelia Mooslechner-Brüll und vier parallele Workshops entlang der Schwerpunkte ICH, WIR, PLANET und ZUKUNFT. Moderiert wurde die Veranstaltung von Doris Pleyer und Martina Affenzeller, die sowohl ins Thema einführten als auch die Abschlussreflexion leiteten.
In ihrer Keynote „Vom Weltschmerz zur Wirksamkeit“ ging die philosophische Praktikerin Cornelia Mooslechner-Brüll der Frage nach, wie wir in Krisenzeiten resilient, verbunden und handlungsfähig werden oder bleiben. Dabei behandelte sie die „Falle der Überforderung“, „Situative Souveränität“ und „Selbstfürsorge als politischer Akt“. Empathie kann produktiv und positiv zu Mitgefühl führen, aber in negativer Form auch zu Mit-Leid und empathischem Stress. Man solle nicht weniger fühlen, sondern anders. Während Schuldgefühle lähmen, ist das Gefühl der Mitverantwortung in die Zukunft gerichtet und kann Handlungsräume erschließen. „Situative Souveränität“ bedeutet, zu erkennen, wo man selbst etwas bewirken und mitgestalten kann und wo es zwar möglich ist, Anteil zu nehmen, aber wo wir keinen Einfluss auf die Gestaltung zu haben. Das Erleben von Verbundenheit und das tatsächliche Handeln gemeinsam mit anderen ist dabei wesentlich, um Ohnmacht zu unterbinden. Das führt laut Cornelia dazu, Selbstfürsorge als politischen Akt zu verstehen: Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, ist zugleich zutiefst persönlich und politisch. Wenn ich mich selbst als Knoten in einem Netz verstehe, das gemeinsam trägt, weil jeder Knoten hält, was bei ihm ankommt, kann ich mit anderen gemeinsam zur gesellschaftlichen Transformation beitragen.
Workshop A: Zukunft beginnt im ICH.
Selbstverbundenheit als Ausgangspunkt für systemischen Wandel
Im Workshop von Esther Hörantner und Tina Baumgartner wurde anhand der Inner Development Goals (IDGs) die Bedeutung von Selbstverbundenheit als Wurzel für die Zukunftsgestaltung entdeckt. Die Teilnehmenden erkundeten in zwei geführten Meditationen die Verbundenheit mit sich selbst, anderen und der Welt und setzten sich mit der Bedeutung von Achtsamkeit für psychische Resilienz und Handlungsfähigkeit auseinander. Mögliche Effekte auf persönlicher Ebene, wie Stressreduktion, Selbstmitgefühl und bewusste Aufmerksamkeitsregulation wurden erörtert, sowie die Bedeutung für die pädagogische Praxis sichtbar gemacht. Abschließend wurde gemeinsam zusammengetragen, wie im Bildungsbereich Räume entstehen können, die Verbundenheit fördern und so die kollektive Resilienz stärken.
Workshop B: Gemeinschaft stärken
Empathie als pädagogische Ressource
Was bedeuten die Konzepte Empathie, Mitgefühl, Solidarität und Verbundenheit eigentlich und wie kann man diese trainieren? In diesem Workshop tauchten Samira Weiss-Bouslama und Anna Streissler gemeinsam mit den Teilnehmer:innen tiefer in diese Begrifflichkeiten ein und verbanden sie mit praktischen Übungen. Die Teilnehmenden erlebten das „Wohlwollende Hypothetisieren“ und die „Wertschätzende Befragung“. Sie setzten sich mit der Frage auseinander, wie wir Verbundenheit in einem weit über menschliche Gesellschaften hinausgehenden Beziehungsgefüge begreifen können und versetzten sich dazu in unterschiedliche Perspektiven von Tieren, Pflanzen, Bergen und Flüssen in einer Kulturlandschaft hinein. Zum Schluss wurde reflektiert, wie die Teilnehmenden eine empathische Haltung, sowie einzelne Methoden und Schlüsselbegriffe stärker in die eigene Bildungspraxis transferieren können.
Workshop C: One Health in der Praxis
Perspektiven wechseln, Zusammenhänge erkennen
Mit dem Beispiel der Feminisierung der Fische mit menschlichen Hormonen erlebten die Teilnehmenden den One-Health-Zugang sowie Socially Acute Questions (SAQs) in der Praxis. In unterschiedlichen Rollen diskutierten sie unter Anleitung von Franziska Messenböck im Rahmen einer Art Familienaufstellung Bedürfnisse, Ziele und Motive und zeigten mögliche Beziehungen, Abhängigkeiten und Zusammenhänge auf. Es ging nicht darum, klare Antworten zu finden, sondern um das Wahrnehmen verschiedener Meinungen, Ambiguitätstoleranz und das Annehmen von Komplexität.

Workshop D: Zukünfte, wo seid ihr?
Vom Wunsch nach Veränderung zur wirksamen Transformation

Im Workshop von Renate Woditschka wurden anhand der Change-Formel nach Ruth Seliger die vier Faktoren Antrieb, Vision, Ressourcen und erste Schritte erarbeitet. Mittels Rollenspiel, Traumreise, Rapid Prototyping und Free Writing erkundeten die Teilnehmenden Antriebsemotionen, Zukunftsbilder und vorhandene Ressourcen und tauschten sich abschließend im Plenum über konkrete Erkenntnisse und mögliche erste Schritte aus. Die Workshopleiter:innen dokumentierten alle Wortmeldungen und entstandenen Fotos im digitalen Whiteboard. Die Change-Formel ist ein nützliches Arbeitskonzept, die im Video genauer erklärt wird.
In der Abschlussreflexion wurde das geerntet, was die Teilnehmer:innen und Speaker:innen in den Workshop und durch die Anfangsimpulse in ihrer Arbeit umsetzen wollen.
Nächste Termine
Nächstes Jahr erwarten euch wieder die BNE-Sommerakademie und im Herbst die BNE-Online-Akademie (Termine werden noch bekanntgegeben). Alle Infos dazu findet ihr auf unserer Community- und Eventplattform.


