Wie bleiben wir in einer komplexen Welt verbunden und gleichzeitig handlungsfähig? In der 50. Jubiläumsfolge von Bildungswellen spricht Cornelia Mooslechner-Brüll darüber, warum Empathie nur der Anfang ist und wie praktisches Philosophieren nicht nur kritisches Denken und Begründungsfähigkeit stärkt, sondern auch dabei helfen kann, mehr Gelassenheit zu entwickeln. Sie gibt konkrete Tipps für den Umgang mit Ohnmacht und Überforderung und erzählt aus der Praxis, was entstehen kann, wenn wir uns Zeit nehmen, gemeinsam zu denken. Ein Gespräch über Aufmerksamkeit, Selbstfürsorge, die Faszination des Andersartigen, gute Fragen und darüber, was wir uns als Menschen auch in Zeiten von KI bewahren sollten.
NACH- UND WEITERLESEN:
Website und Podcasts Cornelia Mooslechner-Brüll
Philoskop – Philosophische Praxis
Philopod – Denken, das weiterbringt.
Denk-Funken – praktische Impulse fürs Philosophieren mit Kindern
„CONNECT! Empathie mit Mensch, Planet und Zukunft“
BNE-Sommerakademie 2026 des Forum Umweltbildung
BNE-Online-Akademie 2026 des Forum Umweltbildung
BEGRIFFE ZUM MITNEHMEN:
Philosophische Praxis
Ein Ansatz, bei dem philosophisches Denken auf konkrete Lebensfragen angewendet wird – zum Beispiel in Gesprächen, Gruppen oder im Alltag.
Praktisches Philosophieren
Philosophieren über Fragen, die aus dem eigenen Leben entstehen. Es geht darum, das gemeinsame Denken zu aktivieren: vom Staunen und Hinterfragen über das Zweifeln und Begründen hin zum gemeinsamen Erarbeiten von Handlungsspielräumen.
Empathie
Die Fähigkeit, wahrzunehmen, was in einem anderen Menschen vorgeht. Für Cornelia ist Empathie ein wichtiger Anfang, aber wertneutral und noch keine Garantie dafür, dass daraus moralisches oder solidarisches Handeln entsteht.
Mitgefühl
Zur Empathie kommt eine bewusste, werteorientierte Entscheidung hinzu: Ich nehme das Leid oder die Situation eines anderen Menschen wahr und frage mich, wie ich darauf angemessen reagieren kann, ohne jedoch mitzuleiden.
Solidarität
Solidarisch zu sein bedeutet, für andere einzustehen – auch dann, wenn sie einem nicht ähnlich sind oder man ihre Gefühle und Interessen nicht selbst nachempfinden kann. Solidarität beruht auf gemeinsamen Werten und Rechten.
Denkgemeinschaft
Eine Gruppe, die gemeinsam über eine Frage nachdenkt, unterschiedliche Sichtweisen ernst nimmt und versucht, Gedanken miteinander zu prüfen – ohne dass eine Person von vornherein die richtige Antwort vorgibt.
Facilitator
Eine Person, die einen Gesprächsprozess begleitet, ohne selbst die Antworten vorzugeben. Im philosophischen Gespräch schafft sie den Rahmen und hält sich mit Bewertungen möglichst zurück.
Gedankenexperiment
Eine erfundene Situation, mit der man eine philosophische Frage konkret durchspielt. Im Gespräch nennt Cornelia etwa das Szenario einer Gruppe, die nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel Regeln für ihr Zusammenleben entwickeln muss.
Dilemma
Eine Situation, in der mehrere Handlungsmöglichkeiten miteinander in Konflikt stehen und keine Lösung offensichtlich richtig ist. Solche Situationen eignen sich gut, um unterschiedliche Werte und Argumente zu diskutieren.
Phänomenologie
Eine philosophische Richtung, die sich damit beschäftigt, wie wir Dinge und die Welt unmittelbar erleben und wahrnehmen – also mit unseren Erfahrungen, Empfindungen und unserem Bewusstsein.
Bias
Eine unbewusste Verzerrung oder Voreingenommenheit. Cornelia spricht darüber, dass uns Empathie oft leichter fällt, wenn uns ein anderer Mensch ähnlich ist.
Selbstwirksamkeit
Die Erfahrung, mit dem eigenen Denken und Handeln tatsächlich Einfluss nehmen zu können. Cornelia verbindet Selbstwirksamkeit zugleich mit dem Bewusstsein, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind.
Selbstfürsorge
Die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen und das eigene Leben bewusst zu reflektieren. Für Cornelia gehört dazu auch, die eigene Rolle und Verantwortung gegenüber anderen in den Blick zu nehmen.
Muße
Zeit, in der nicht ständig etwas erledigt oder produziert werden muss. Cornelia beschreibt im Gespräch Muße als Raum für Leere, Stille und eigenes Denken.
Cornelia Mooslechner-Brüll, philosophische Praktikerin






