
Holz steckt nicht nur in Möbeln, Kochlöffeln oder Papier, sondern auch in Lebensmitteln, Textilien, Drogerieprodukten und Medizin. In dieser Unterrichtseinheit stehen die weniger bekannten Aspekte von Holz und deren Funktion in Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft im Fokus. Ein Zuordnungsspiel stellt holz- und baumbasierte Produkte vor und stellt Mythen, wie das über Sägespäne in Erdbeerjoghurt, richtig. Anschließend präsentieren die Lernenden in Gruppen ihre Ideen in einem Pitch, wie sie die Lebensdauer von Produkten wie einem kaputten Holzkochlöffel oder einer alten Bananenkiste durch Recycling, Upcycling, Kompostierung oder Verbrennung verlängern können. In einer abschließenden Reflexion wird diskutiert, wie Konsument:innen zur Kreislaufwirtschaft beitragen können.
Die LP bildet drei Bereiche für die Kategorien „sicher nicht“ (rot), „vielleicht“ (gelb) und „sicher“ (grün). Die Lernenden bilden Paare oder Trios und ordnen verschiedene Bildkarten (M1) mit Nahrungsmitteln und Drogerieprodukten den Kategorien zu: In der 1. Runde geht es um holzbasierte Produkte, in der 2. Runde um Produkte von Bäumen. Neben bekannten Holzprodukten wie Zimt lernen sie so z. B. Vanillin, Xylit (Birkenzucker) und holzbasierten Essig für Essiggemüse kennen. Das Zuordnungsspiel wird mit folgenden Fragen abgerundet:
- Was hat euch überrascht?
- Warum kann man aus Holz so viele Produkte herstellen?
- Was ist das Besondere an Holz als Rohstoff?
Zum Abrunden und Überleiten wird die Grafik (M2) besprochen. Welche Baumteile werden verwertet und wie werden diese weiterverarbeitet?
Im nächsten Schritt geht es darum, was nach der Nutzung passiert – wie können wir bioökonomisch und zirkulär denken, damit möglichst wenig verschwendet wird? Jede Gruppe zu 4-5 Personen zieht eine Begriffskarte mit einem holzbasierten Produkt (M3), z. B. einen gebrochenen Holzkochlöffel oder eine alte Modezeitschrift. Die Gruppen entwerfen eine kurze Kreislauf-Story (10‘): Was passiert mit dem Produkt, wenn es nicht mehr gebraucht wird?
- Wird es recycelt, kompostiert, upgecycelt, energetisch verwertet (also verbrannt)?
- Wie könnte es weiterverwendet werden? Wie kann es Teil eines Kreislaufs sein?
Jede Gruppe stellt in einem Pitch ihre Ideen vor (max. 90 Sekunden pro Gruppe).
M3_Begriffskarten
Mit folgenden Fragen werden die Lösungsideen reflektiert:
- Welche Gruppe hat die originellste Nachnutzung gefunden?
- Was war beim Nachdenken über Kreisläufe schwierig?
- Welche Rolle spielt unser eigenes Verhalten (z. B. Trennung, Wiederverwendung)?
Die LP endet die Einheit etwa so: Es sind viele Schritte notwendig, damit aus einem Baum so viele Produkte entstehen. Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft brauchen neue Denkweisen – nicht nur in der Industrie, sondern auch im Alltag. Selbst mit Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen sollte sorgsam umgegangen werden, der Ressourcenverbrauch niedrig gehalten werden und die Nutzungsdauer verlängert werden.
Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden beschreiben die Idee hinter der Zirkularität von Produkten.
Die Lernenden reflektieren, wie der Lebenszyklus von holzbasierten Produkten aussehen kann.
Die Lernenden entwickeln kreative Lösungen für die Wiederverwertung bzw. die Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten (Upcycling, Recycling, Kompostierung).
Die Lernenden reflektieren ihren eigenen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Quellen
Umweltdachverband (2025): HolzBOX. Ein aktivierender Einstieg in Holz, Wald & Nachhaltigkeit. In: eLABoration Wood. Fachhochschule Salzburg.